Deutschland vs. USA

Ich wollte ganz schlau sein. Dachte mir, ich schreib einen Artikel mit dem Namen "Deutschland vs. USA" und jeder wird glauben, ich geh großartig auf die Unterschiede der beiden Länder ein. Aber stattdessen schreibe ich dann ganz cool über die heutige Olympiadebegegnung. Naja, Pustekuchen, war nix. Denn über das heutige Match lässt sich einfach nichts schreiben, NICHTS. Vier Remis und absolut tote Hose. Wenn einer vielleicht ein wenig am Vorteil geschnuppert hat, dann war das der bisherige deutsche Topscorer, Daniel Fridman, allerdings auch nur 1-2 Züge lang. Also musste ich mich umschauen, ob ich über etwas anderes Spektakuläres berichten könnte. Und siehe da, Ex-Weltmeister Kramnik half mir in der Not, indem er eine recht beeindruckende Performance gegen den einzigen elostärkeren Spieler im Turnier hinlegte. Seht selbst:

Aber ein bisschen möchte ich mich doch noch über gewisse Unterschiede zwischen USA und Deutschland auslassen. Bleiben wir zunächst beim Schach. Ich werde bald meine erste Partie in der amerikanischen Liga spielen und zwar für die "Baltimore Kingfishers". Kingfisher steht übrigens nicht für Königfischer, wie manche vielleicht denken werden. Vielmehr ist es der Name einer Vogelart. Allerdings ist Kingfisher auch die meistverkaufte Biersorte Indiens. Auf was sich der Titel des Schachteams jetzt bezieht, kann ich nicht genau sagen.

Die amerikanische Liga lässt sich nicht mit der deutschen Bundesliga vergleichen; eigentlich lässt sie sich mit keiner Liga vergleichen, von der ich je gehört habe. Man spielt nämlich online und ohne Elo-Auswertung. Ich schreib es besser nochmal. Man spielt online und ohne Auswertung. Ohne Auswertung bedeutet im Prinzip, dass jeder lustig-fröhlich machen kann, worauf er Lust hat. Vielleicht kann ich ein paar weitere Königsgambit-Erfahrungen sammeln :) Und online spielen heißt, man sieht seinen Gegner nicht und kann auch nichts an dessen Körpersprache ablesen. Was für mich eigentlich beim Schach absolut dazu gehört. Auch die Vorstellung, 3-4 Stunden auf einen Monitor zu starren und Varianten zu berechnen, weckt nicht gerade Vorfreude in mir. Aber ich werde es versuchen und meine Erfahrungen hier niederschreiben.

Um Wasser zu finden, muss man schon genau hinschauen. (Ich sollte demnächst mal ausprobieren, wie Mist schmeckt)

Ein weiterer Unterschied, der mich persönlich sehr betrübt: Amerikaner sind keine großen Wasserliebhaber. Und schon gar nicht Wasser mit Kohlensäure. Im Walmart, dem wohl größten Supermarkt, den ich je gesehen habe, gab es in einer hinteren Ecke genau eine Sorte Wasser mit Sprudel. Falls ich also während meiner Zeit hier größere Mengen an Elopunkten verlieren sollte, werde ich es darauf zurückführen.

So, das war's von mir, muss mich jetzt noch schnell auf meine beiden Kurse morgen, Soziologie und Biologie, vorbereiten :)