Mitropa-Cup (4)

1-3 gegen Slowenien und 2-2 gegen Österreich... ernüchternde Resultate, wobei wir mit dem Unentschieden heute noch ganz gut bedient waren. Aber der Reihe nach: Beim Kampf gegen die Slowenen liefen Matthias und Dennis gleich in die Vorbereitung ihrer Gegner und verloren recht chancenlos. Patrick stand lange gut und erreichte auch ein gewonnenes Endspiel, fiel aber leider auf den letzten Trick seines Gegners rein - Remis. In meiner Partie gegen Luka Lenic (Elo 2632) war lange Zeit nicht viel los, in folgender mir immer noch nicht klarer Stellung wiederholten wir dann die Züge:

Lenic - Huschenbeth Mitropa-Cup

Hier folgte 30...Sb4 31.Td1 Sc6 32.Tde1 und Remisschluss. Ich hatte ein wenig Sorge um den weißen Angriff, der mit h5-h6 weitergehen könnte. Aber nüchtern betrachtet (mit dem Computer) hätte ich hier wohl auch gut weiterspielen können, z.B. mit 30...Tb6 31.h5 h6! (h6 von Weiß lässt man wohl besser nicht zu) 32.g4 Db8. Nun wird gleich ein Turm auf b2 auftauchen, während die weißen Drohungen noch nicht so konkret sind.

Heute wollten wir, ähnlich wie nach der Niederlage gegen Frankreich, direkt zurückschlagen, aber leider hatten die Österreicher etwas dagegen. Und dabei ließen sie auch noch ihren stärksten Mann, GM Davit Shengelia, draußen! Wieder liefen die Eröffnungen bei den beiden Prinzen nicht perfekt, Dennis musste sich früh mit einem Weißremis zufrieden geben und Matthias konnte seine Probleme letzlich taktisch lösen, auch Remis. Schlimmer sah es bei Patrick aus, der im Königsinder direkt unter Druck geraten war. Später musste er dann die Qualität geben und konnte die Partie leider nicht mehr halten.

Aber mir hatte Patrick eine interessante Eröffnungsidee gegen Robert Kreisl (Elo 2398) auf den Weg gegeben, nämlich 1.e4 c6 2.Sc3 d5 3.De2!? Sieht auf den ersten Blick ziemlich komisch aus, aber wurde schon von zahlreichen Großmeistern gespielt. Nach 3...d4 4.Sd1 e5 5.g3 ergaben sich dann bald königsindische Stellungsmuster. Die kritische Position erreichten wir dann wenig später:

Huschenbeth - Kreisl Mitropa-Cup

Ich hatte gerade ein wenig übermotiviert mit f4-f5 einen Bauern geopfert und setzte nun mit 17.Lh6 fort und mein Gegner spielte Tf7?. Hätte er stattdessen mit Lxe4 fortgesetzt, wäre meine Kompensation doch recht dünn gewesen. 18.Lxf8 Lxf3 19.Dxe7 Scxe7 20.Lxe7 Lxg2 funktioniert nicht für Weiß und nach 18.dxe4 Tfe8 hat Schwarz wohl einfach einen Bauern mehr. Nach 17...Tf7 18.Sfd2! hatte ich allerdings ganz gutes Spiel und konnte schließlich im Endspiel gewinnen.

Morgen spielen wir schon wieder gegen den Tabellenführer, denn der hat heute gewechselt und heißt nun Ungarn. Für mich geht es aller Vorraussicht nach gegen Viktor Erdos, der mit 2624 auch zu den Eloschwergewichtern gehört. Mal schauen, was geht!