Immer wieder Carlsen

Magnus Carlsen

Magnus Carlsen ist ein Phänomen. Das ist natürlich bei der jüngsten Nr. 1 der Schachgeschichte keine besonders gewagte Behauptung. Aber wie er es immer wieder schafft, bei jedem Turnier auf den vorderen drei Plätzen zu landen, ist beängstigend. Ich habe mir mal den Jux gemacht, zu schauen, wann Carlsen zuletzt NICHT auf dem mindenstens dritten Platz bei einem Einzelturnier mit langer Bedenkzeit landete. Nun, das ist mittlerweile 3,5 Jahre her, 2009 in Wijk aan Zee wurde er lediglich Fünfter. Der Mann spielt einfach keine schlechten Turniere und deshalb steht er auch völlig zurecht ganz oben in der Weltrangliste und das mit klarem Abstand.

Was unterscheidet Carlsen von den anderen Topspielern? Das ist der Punkt, wo es schwierig wird, das Phänomen Carlsen zu erklären. Man könnte es sich leicht machen und sagen, er macht schlicht weniger Fehler und mit Sicherheit stimmt das auch. Aber ich denke, es ist vor allem sein hohes Schachverständnis und seine überragende Endspieltechnik, die ihm vom Rest unterscheidet. In der fünften Runde hatte er gegen Radjabov mit Schwarz ein ausgeglichenes Endspiel erreicht. Manch anderer Spieler hätte nun Remis angeboten und wäre damit zufrieden gewesen. Aber Carlsen überspielte seinen namhaften Gegner und gewann.

Insgesamt war das Turnier ein voller Erfolg; Mihail Tal wäre stolz gewesen, hätte er die Partien sehen können. Unglaublich niedrige Remisquote, so gut wie jede Partie voll und ganz ausgekämpft. Viele Partien voller Opfer und einer war daran fast immer beteiligt. Bei Luke McShane brannte in so gut wie jeder Runde das Brett, zwei Remis aus neun Partien sprechen für sich. Ich habe noch eine ansprechende Partie aus der achten Runde ausgesucht, wo er gegen den anderen Kreativkünstler im Turnier, Alexander Morozevich, spielte:

Die Tabelle, sämtliche Partien und ein paar Fotos kann man auf Chessbase anschauen.

Soweit von mir, bis die Tage!