Europameisterschaft (2)

Puuh, das war schlecht! Wirklich schlecht. Aber wenigstens fühlen sich glückliche Siege um so besser an. Wenn sie allerdings gegen 300-Elopunkte schwächere Gegner erzielt werden, sollten sich gewisse Bedenken anmelden. Okay, aber der Reihe nach. Meine gestrige Niederlage gegen Mircea Parligras (Elo 2614) ist nicht groß der Rede wert. Meine Vorbereitung kam haargenau aufs Brett, allerdings konnte ich mich ab einer gewissen Stelle nur noch schemenhaft erinnern, wie es weiterging. Ich verließ mich also auf mein Gefühl und meine halbe Erinnerung - eine tödliche Mischung. So vertauschte ich zwei Züge und das konnte man sich in der Stellung leider nicht erlauben. Danach verlor ich sang -und klanglos.

Heute mit Weiß gegen den nächsten Rumänen, Daniel Hristodorescu (Elo 2203), kam ein Caro-Kann aufs Brett. Die ganze Partie kann ich euch nicht zumuten, deshalb habe ich zwei entscheidende Momente rausgegriffen:

Huschenbeth - Hristodorescu Europameisterschaft

Weiß am Zug (Auflösung ganz unten)

40 Züge und einer unfassbaren Menge an Fehlern auf beiden Seiten später hoffte ich auf meine letzte Chance in diesem Turmendspiel:

Schwarz hat nur einen Remiszug, nämlich 58...Kd7! 59.Te4 Tb8 und der schwarze Turm gibt auf g8 und f8 Schach und Weiß kommt nicht voran. Gute Faustregel dazu: Wenn bei abgesperrtem König der Bauer die Brettmitte überschreitet, dann ist es so gut wie immer gewonnen. Und Schwarz kann das nur verhindern, wenn er von vorne Schachs gibt. Zum Glück wusste das mein Gegner nicht und gab von der Seite Schach, 58...Tb4+ 59.Kg5 Tb5+ 60.Kf6 und jetzt ist die Stellung gewonnen.

Gut, morgen gibt es als Belohnung gleich den nächsten Rumänen und zwar den stärksten, nämlich Liviu-Dieter Nisipeanu (Elo 2643). Oh, beim Namen Dieter muss ich doch glatt daran denken:

Bis die Tage, dann hoffentlich auch mal mit visuellen Impressionen!

Hier die Auflösung: Huschenbeth - Hristodorescu Europameisterschaft 2012