Europameisterschaft (6)

Kurz und schmerzlos! Nein, damit meine ich nicht den sehenswerten Film von Fatih Akin, sondern den Verlauf meiner gestrigen Partie gegen Tamas Banusz. Im Stil der alten Romantiker spielte ich zum ersten Mal in meinem Leben das Königsgambit und gleich mit überwältigendem Erfolg. Aber seht selbst:

Gestern gab es übrigens bei der EM ein Novum: An zwei Brettern kam es zu dem Ergebnis 0-0, also für beide Spieler keine Punkte. Was war geschehen? In Alonso - Mamedyarov bot letzterer nach etwa 25 Zügen in ausgeglichener Stellung remis an. Vielleicht unter dem Eindruck des Remisangebots von einem 200 Punkte stärkeren Gegner nahm Alonso nach 20-minütigem Nachdenken an. Allerdings sind Remis vor dem 40. Zug nicht erlaubt, was vor Rundenbeginn nochmal betont wurde. Ob diese Regel sinnvoll ist, darüber lässt sich streiten, aber es ist nun mal die Regel. Jedenfalls wird der Verstoß gegen die Regel mit einem 0-0 geahndet, beide Spieler bekommen keine Punkte. Mamedyarov, der eine Runde zuvor schon kampflos verloren hatte, weil er eine halbe Minute zu spät am Brett war, ist jetzt aus dem Turnier ausgestiegen.

Nun noch zu dem anderen Fall, Baron - Safarli, der aus meiner Sicht völlig lächerlich ist. Hier hatten beide Spieler auch vor dem 40. Zug remis vereinbart, allerdings nach dreifacher Stellungswiederholung und das ist nach den Regeln erlaubt. Allerdings hatten sie das Remis unterschrieben, bevor ein Schiedsrichter es überprüft hatte, was dazu führte, dass auch sie genullt wurden. Absolut unglaublich, denn es wurde auch nirgends darauf aufmerksam gemacht, dass man auf den Schiedsrichter warten muss, bevor man das Remis unterschreibt. Und ich bin mir fast sicher, dass es bisher auch ähnliche Fälle bei dem Turnier gab, wo die Spieler dann nicht genullt wurden.

Gut, ich widme mich jetzt der Vorbereitung auf meinen nächsten Gegner, Zaven Andriasian, Elo 2616. Later!