Erstes Jahr geschafft!

"Wir schließen unsere Augen und schon wieder ist ein Jahr um"

                                                                                        Cro, "Geile Welt"

Die Zeit verfliegt so schnell. Gestern noch kam ich am Baltimore Flughafen an, zum ersten Mal konfrontiert mit der amerikanischen Welt. Und heute, nach einem Schuljahr, fühle ich mich hier schon fast heimisch. Mein zweites Semester ist vorbei und es war überraschenderweise erheblich leichter als das erste. Vielleicht lag es daran, dass ich mich inzwischen an alles gewöhnt habe, vielleicht lag es auch an den Kursen, die meiner Meinung nach teilweise nicht wirklich Universitätsniveau entsprachen. Vor allem der Kurs "Science of Water", in dem ich über die speziellen Anomalien des Wasser (Wo hat Wasser seine größte Dichte?!) unterrichtet wurde, stellte mich nicht vor allzu große Herausforderungen. Aber ich will mich nicht beschweren; das Semester bescherte mir eine Menge Freizeit und einen weiterhin makellosen GPA (grade point average) von 4.0.

In diesem Artikel möchte ich über meine Erlebnisse in zwei der schillerndsten Städte USAs berichten - New York City und die Hauptstadt, Washington D.C. Und, es wird zu einem absoluten unglaublichen Novum kommen - ich werde nicht über Schach berichten, denn da gibt es zurzeit einfach nichts zu berichten :)

New York

New York - the big apple (so nennen die Stadt übrigens nur die Touris, die New Yorker mögen den Ausdruck ganz und gar nicht). Die Stadt, von der jeder träumt, einmal hinzukommen oder sogar dort zu leben. Mein Zimmerkollege Alvaro und ich fuhren mit dem legendären Greyhoundbus, der übrigens besser ist als sein Ruf, vier Stunden gen Norden von Baltimore nach New York. Wir konnten mitten im Herzen von New York, Manhattan, bei einer Kusine von Alvaro unterkommen.

Skyline von New York

Einfach durch die Straßen von New York zu laufen ist schon ein Erlebnis für sich. Es kommt einem teilweise leicht surreal vor, weil man immer wieder Dinge erkennt, die man sonst nur von Bildern oder Filmen kannte. Einzig störend war das beißend kalte Wetter und teilweise recht nerviger Schneeregen. Aber Alvaro und mich konnte das als knallharte Touris natürlich nicht abhalten und wir erkundeten New York unbeeindruckt.

Am beeindrucksten fand ich den Times Square, den wir einmal bei Tag und einmal bei Nacht besuchten. Dort muss man einfach stehen bleiben und mit staunendem Auge die riesigen Neonreklamen bewundern. Auch viel Spaß hatte ich bei Madame Tussauds, wobei es das erste Mal für mich überhaupt war, dass ich ein Wax-Museum besuchte. Die Figuren sehen wirklich verdammt echt aus!

mit Woody Allen auf der Bank

Der eigentliche Hauptgrund für mich nach New York zu fahren war es, um gegen Schachspieler im Central Park zu spielen. Ich hatte den teuflischen Plan gefasst, auf diese Art und Weise die Reisekosten wieder einzutreiben. Alles war bis ins letzte Detail geplant. Aber leider muss irgendwer die New Yorker Schachspieler gewarnt haben, denn solange wir auch suchten, wir konnten keine finden. Ein anderer möglicher Grund könnte eventuell sein, dass es einfach zu kalt war. Naja, vielleicht beim nächsten Mal!

New York - eine faszinierende Stadt, die niemals schläft. Und das ist vielleicht auch der Grund, warum ich mir nicht unbedingt vorstellen könnte dort zu leben. Ich glaube, das New Yorker Leben wäre mir zu stressig. Als wir am letzten Tag morgens auf den Weg zur Busstation die U-Bahn nehmen wollten, mussten wir erst eine Bahn vorbeiziehen lassen, weil sie schon voll war und in die zweite kamen wir dann auch nur gerade so rein. Auch auf den Straßen hat man immer den Eindruck, dass jeder es sehr eilig hat und oftmals überqueren so viele Menschen bei Rot die Straße, dass der gesamte Verkehr aufgehalten wird.

Washington

Washington - wow. Die erste Stadt, bei der ich beim ersten Besuch sofort hin und weg war. Sicherlich dazu beigetragen hat, dass wir einen perfekten Tag erwischten - blauer Himmel und Sonne, aber nicht zu heiß. Ich fuhr mit Giorgi und Nazi aus dem Schachteam sowie Nazi's Freund etwa eine halbe Stunde mit dem Zug zur Washington Main Station. Von dort aus konnten wir dann direkt alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erlaufen.

Das Kapitol - episch

Wir spazierten einen sehr langen Boulevard entlang und links und rechts war der Weg gesäumt mit entweder majestätischen Gebäuden im römischen Baustil oder Museen. Die Museen übrigens allesamt eintrittsfrei, was ich sehr beachtenswert finde. Da ließen wir uns auch nicht zweimal bitten und schauten im Space-Museum vorbei.

Das Apollo-Raumschiff

Unser Weg führte uns schließlich am Washington Monument vorbei zum Lincoln Memorial, von wo man einen sagenhaften Blick hat. Es heißt, die meisten Touristen kommen nur nach Washington für diesen Ausblick. Man kann es nachvollziehen!

Hier könnte ich den ganzen Tag sitzen!

Nur beim Weißen Haus haben wir es nicht geschafft vorbeizuschauen, aber das werde ich bei meinem nächsten Besuch, der sicher nicht lange auf sich warten lässt, dann nachholen!