Osteropen in Norderstedt

v.l.n.r. Organisator Suren Petrosian, Arturs Neiksans (3.), Maxim Turov (1.), ich, Vereinsvorsitzender Rüdiger Schäfer

Endlich mal wieder ein Turniersieg! Naja geteilt. Aber immerhin! Der letzte liegt mittlerweile ungefähr 1,5 Jahre zurück, damals noch beim St.Pauli-Open. Turniere in Hamburg oder Umgebung scheinen mir eh relativ gut zu liegen. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich auch jeweils eine IM -und GM-Norm in Hamburg gemacht. Zuhause spielt es sich eben einfach am schönsten.

Genug Geschnulze, nun zum Turnier. Es ging am Gründonnerstag abend los und ich konnte meine Pflichtaufgabe einigermaßen souverän lösen. Am Freitag kam es dann gleich zu zwei HSK-Duellen, erst gegen Björn Bente (Elo 2225), den ich letztlich im Endspiel niederringen konnte, und dann gegen IM Hannes Langrock (Elo 2374). Mit Hannes habe ich seinerzeit schon viele Duelle ausgefochten, laut seiner Zählung war es bereits die neunte Partie zwischen uns. In einem Spanisch-Abtausch-Endspiel musste ich diesmal einige bange Momente überstehen, bis letztlich das Remis unterschrieben war. Zwar nicht mein Wunschergebnis vor der Partie, aber bei dem Verlauf konnte ich mich definitiv nicht beschweren. Am Samstag in der fünften Runde hieß mein Gegner Jan Wendt von den Schachfreunden Berlin. Aus der Eröffnung holte ich gar nichts, wirklich gar nichts raus und musste im Turmendspiel auf gegnerische Schützenhilfe hoffen. Diese kam aber auch zum Glück:

Huschenbeth - Wendt Norderstedt Open 2012

In der Nachmittagsrunde am Samstag spielte ich mal wieder gegen Aljoscha Feuerstack, diesmal mit Schwarz. Ich opferte unternehmungslustig einen Bauern, den Aljoscha aber auch fast direkt wieder zurückgab:

Feuerstack - Huschenbeth Norderstedt Open

Weiß am Zug

Für den geopferten Bauern hat Schwarz die Initiative und kann manchmal sogar mit einem Turmschwenk auf der sechsten Reihe angreifen. Deshalb entschloss sich Aljoscha hier zu 16.Sbd2 Lc6 17.Dd4 Sxf3+ 18.Sxf3 Lxf3 19.gxf3. Nach 19...Lxh2+ hatte ich nun den Bauern wieder plus die bessere Struktur. Später konnte ich die Partie dann im Königsangriff entscheiden.

Am Ostersonntag spielte ich gegen beide Ungar im Turnier, Gonda Laszlo und David Berczes, beide Großmeister mit einer Elo um die 2540. Gegen beide hatte ich Weiß und beide boten mir um den 10. Zug remis an. In der Vormittagsrunde gegen Gonda nahm ich tatsächlich an und machte seit sehr langer Zeit mal wieder ein Kurzremis. Mein Eröffnungsexperiment mit 1.Sf3 hatte leider nicht so ganz geklappt und in der Abschlussstellung stand Schwarz schon ein Tick angenehmer. In der Nachmittagsrunde lehnte ich ab, bot dann aber meinerseits im 20. Zug an, weil nach einer kommenden Abwicklung die Stellung ins Remis verflacht wäre. Also hing wie eigentlich bei fast jedem Turnier alles an den beiden letzten Partien. In der 8. Runde wollte mein Gegner schon wieder ein frühes Remis, aber ich nicht. Seht selbst, was bei rauskam:


Letzte Runde, an 1 Turov-Vorobiov, an 2 Huschenbeth-Semcesen

Vor der letzten Runde hatten nun Maxim Turov, Evgeny Vorobiov und ich 6,5 Punkte. Die beiden erstgenannten wurden gegeneinander gelost und ich spielte gegen IM Daniel Semcesen (Elo 2449). An Brett 1 gab es ein ziemlich schnelles Remis und kurz darauf bot ich auch an, was sofort akzeptiert wurde. Es heißt ja, dumm ist nur der, der einen Fehler zweimal macht. Und bei der Deutschen Meisterschaft habe ich gemerkt, dass es sich ganz schön doof anfühlt, wenn man eigentlich ein gutes Turnier gespielt hat, aber am Ende mit leeren Händen dasteht. Außerdem war bei der Eröffnungswahl meines Gegners (Berliner Verteidigung) auch nicht sonderlich viel drin.

Zum Abschluss möchte ich mich natürlich noch bei dem Organisator Suren Petrosian und den beiden Schiedsrichtern Hugo Schulz und Jens Wolter für ein kurzes, aber rundum gut organisiertes Turnier bedanken! Und natürlich bei Schachunski, dessen Schokoriegel als Energiezufuhr nach der Zeitnotphase Gold wert waren :) Achja und großer Dank an Henrik Teske für die Fotos!

DWZ-Auswertung (und natürlich auch alles weitere) findet ihr übrigens hier: www.osteropen.com

Zum Abschluss noch DIE Kombi des Turniers, die leider hinter den Kulissen blieb. Als ich in Runde 8 kurz auf das Nachbarbrett schaute, sah ich eine Variante, die zu folgender Stellung hätte führen können:

Analyse Gonda - Vorobiov Norderstedt Open

Schwarz am Zug

Spoiler: Wer unbedingt die Lösung wissen möchte, der möge auf die Partie August 2011: Galkin - Kramnik klicken und sich dort den 30.Zug von Schwarz anschauen :)