St.Pauli-Open (4)

Das Turnier neigt sich schon wieder dem Ende zu, wie schnell das immer geht! Jetzt kommen die letzten beiden Runden und die sind, wie eigentlich bei jedem Turnier, mal wieder von entscheidender Bedeutung. Doch noch kurz einen Rückblick auf die Runden 6 und 7. Ich hatte zweimal in Folge Weiß und konnte zwei ungefährdete Siege einfahren. Gegen den Seniorenweltmeister Vladimir Okhotnik war kurz vor Schluss diese Stellung auf dem Brett:

Huschenbeth - Okhotnik St.Pauli-Open

In dieser Stellung kann Weiß eigentlich machen was er will. Schwarz hat nicht den Hauch eines Gegenspiels und Weiß wird einfach seine Bauern am Königsflügel nach vorne schieben, bis der schwarze König offen ist und mattgesetzt wird. Die Partie dauerte auch nicht mehr lang.

Huschenbeth - Krause

Gestern ging es dann gegen den Überflieger des Turniers, nämlich Benedict Krause. Der 17-jährige stieg erst eine Runde später ins Turnier ein, gewann dann alle fünf Partien, unter anderem gegen gestandene Leute wie Dusan Nedic oder Jens-Ove Fries Nielsen. Das ist bei einer eigenen Elo von 1985 schon äußerst bemerkenswert. Ich konnte allerdings direkt in der Eröffnungsphase einen klaren Vorteil erlangen:

Huschenbeth - Krause St.Pauli-Open

Weiß am Zug

Die Struktur erinnert an Stellungen aus dem Richter-Rauser-Sizilianer. Tatsächlich gibt es aber den kleinen, aber feinen Unterschied: Der Läufer ist draußen, also auf c5 und nicht auf e7. Und das nutze ich mit meinem nächsten Zug direkt aus, 14.e5!. Der König ist im Zentrum auf einmal sehr anfällig, denn die schwarzen Felder sind nur unzureichend gedeckt. Auf dxe5 würde nun Se4 nebst Dh6 folgen und auf fxe5 Dg5+ nebst Se4. In beiden Fällen bekommt Weiß starken Angriff. Mein Gegner entschied sich deshalb zu 14...Tag8, aber nach 15.exf6+ Ke7 16.Se4+ Ke7 17.b4! hatte ich auch klaren Vorteil.

Kiezblitz!

Am Donnerstag fand noch das spektakulärste Event des Turniers, die Playersnight in der Großen Freiheit 36, also mitten auf der Reeperbahn statt. In geselliger Runde spielten wir neun Partien Blitzschach, wobei es natürlich nicht so sehr ums Ergebnis ging. Bemerkenswert war aber, dass Hendrik Möller mit 4/4 startete, sich dabei bei mir revanchierte und auch noch Aljoscha Feuerstack schlug. Ich konnte mich dann aber berappeln und landete am Ende zusammen mit Aljoscha auf dem ersten Platz. Der letzte Sieger vom Kiezblitz weilt gerade in Dortmund, dreimal dürft ihr raten, wer das wohl war.

Heute geht es für mich um die Wurst. Gegen den Topgesetzten Ehsan Ghaem Maghami darf ich mir alles leisten, nur keine Niederlage :) Drückt mir die Daumen.