U20 Weltmeisterschaft

Vor der zweiten Runde

Καλημερα! Ich melde mich von der Junioren-Weltmeisterschaft aus Athen! Deutschland ist diesmal mit einer relativ großen Delegation angereist, dabei sind bei den Jungs IM Andreas Heimann, IM Matthias Blühbaum und meine Wenigkeit. Bei den Mädels spielen Hanna Marie Klek und WFM Alisa Frey. Und als Coaches und Betreuer sind dabei der Bundestrainer Uwe Bönsch und Michael Prusikin, sowie die Schwester von Matthias, Bettina.

Bereits zwei Runden sind gespielt und ich konnte gegen jeweils schwächere Gegner zwei Punkte einfahren. Dennoch bin ich bisher nicht besonders zufrieden, denn die beiden Punkte waren nicht das Ergebnis souveränen Spiels, sondern kamen ein wenig glücklich zustande. In der ersten Runde musste ich mich mit Schwarz im Najdorf eines heftigen Angriffs erwehren, konnte jedoch in ein ungefähr ausgeglichenes Endspiel abwickeln und es letztlich in beidseitiger Zeitnot gewinnen. Übrigens witzigerweise nun schon das dritte Mal in Folge, dass ich bei der U20-WM in der ersten Runde mit Schwarz einen Najdorf aufs Brett bekam. Wird nun auch das letzte Mal gewesen sein, denn nächstes Jahr bin ich zu alt.

Gestern spielte ich gegen FM Simone De Filomeno (Elo 2358), der keine Frau ist, sondern Italiener. Und obwohl eigentlich meine Vorbereitung aufs Brett kam, fühlte ich mich in dem Endspiel nicht richtig wohl. In folgender Stellung musste ich nun mit wenig Zeit auf der Uhr herausfinden, wie ich den h-Bauern aufhalte:

Huschenbeth - Filomeno U20 Weltmeisterschaft

Weiß am Zug

Wie ist die Stellung überhaupt einzuschätzen? Weiß hat einen Bauern weniger, aber dafür kann sein König dabei mithelfen, die schwarzen Bauern aufzuhalten. Allerdings kann das auch ein Nachteil sein, wenn die Bauern mit Schach vorrücken oder sich plötzlich ein Mattnetz ergibt. Bei beiderseitig gutem Spiel sollte es wohl remis ausgehen. Konkret: 33.Sc5! Ld5 (falls La8, dann Se6+ Kh8 Sd8! gefolgt von Lc6) und 34.Lb3! Der weißfeldrige Läufer muss um jeden Preis getauscht werden, sonst kann man den h-Bauern kaum aufhalten. Nach 34...Lxb3 35.Sxb3 ist die Stellung nun ausgeglichen. Schwarz sollte sich daran machen, mit seinem König zu den weißen Bauern zu laufen. Zu meinem Glück entschied mein Gegner aber, sich auf ein Wettrennen einzulassen und zog seine Bauern selber nach vorne. So kam es, dass ich auch diese Partie gewinnen konnte.

Heute werde ich es mit dem Israeli Tal Baron zu tun haben. Ihr könnt die Partien live verfolgen und zwar hier.